Fehlende Verständigung statt fehlende Daten
Die digitale Transformation der Bau- und Immobilienwirtschaft wird nicht in erster Linie durch fehlende Daten gebremst, sondern durch fehlende Verständigung. Informationen werden mehrfach erfasst, unterschiedlich beschrieben und in getrennten Systemen verwaltet. Das führt zu Medienbrüchen, Ineffizienzen und hohen Kosten.
Genau hier setzt die neue Handlungsempfehlung «Data Dictionaries» an. Sie legt die Grundlage für eine einheitliche Datensprache in der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft und zeigt, wie Objekte, Merkmale und Werte eindeutig definiert werden können, sodass Informationen über Projekte, Organisationen und Systeme hinweg eindeutig verstanden, maschineninterpretierbar verarbeitet und konsistent wiederverwendet werden können.
Der IHS als Trägerorganisation
Der IHS gehört zu den sieben Trägerorganisationen der Publikation, gemeinsam mit Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland (BdCH/bSCH), IFMA Switzerland, InfraSuisse, dem Schweizerischen Baumeisterverband (SBV), der Schweizerischen Zentralstelle für Baurationalisierung (CRB) und dem Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA). Zahlreiche Expert:innen aus Verbänden, Unternehmen und Institutionen haben ihr Wissen eingebracht, um eine praxisnahe Grundlage für interoperable Datenstrukturen und Lifecycle Data Management zu schaffen.
«Die Digitalisierung scheitert heute nicht an fehlenden Daten, sondern daran, dass Informationen oft nicht vergleichbar und wiederverwendbar sind. Data Dictionaries schaffen die Basis, damit Daten über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg eindeutig verstanden und genutzt werden können», erklärt Thomas Glättli, Co-Geschäftsführer von Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland.
Was Data Dictionaries konkret bringen
Die Handlungsempfehlung zeigt, wie Data Dictionaries aufgebaut, harmonisiert und gesteuert werden. Sie definiert gemeinsame Begriffe, Strukturen und Governance-Prinzipien, beschreibt den Weg von organisationsspezifischen Lösungen zu harmonisierten Datenstrukturen und orientiert sich an internationalen Standards wie IFC und relevanten ISO-Normen.
Für Unternehmen, Bauherrschaften, Planende, Betreiber:innen, Verbände und öffentliche Institutionen, auch aus dem Spitalumfeld, entsteht damit eine praxisnahe Orientierung für den Umgang mit Daten über Organisations- und Systemgrenzen hinweg. Einheitliche Datenstrukturen verbessern die Datenqualität, vereinfachen Entscheidungen, erhöhen die Prozesssicherheit und stärken die Datensouveränität. Sie schaffen zudem die Voraussetzung für Zukunftsanwendungen wie automatisierte Prozesse, digitale Zwillinge, Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeitsnachweise, ESG-Reporting und digitale Produktepässe.
Mehr erfahren – und selber anwenden
Die vollständige Handlungsempfehlung «Data Dictionaries» sowie weitere Informationen finden Sie bei Bauen digital Schweiz . Für Fragen zum Engagement des IHS in diesem Projekt wenden Sie sich an office@ihs.ch.
